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BER FPT Mai 2003 Ludwigsfelde >>
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BER_StellungnahmeSchulstruktur_24.9.05
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An die
Schulpflegschaften
aller
Schulen
in
NRW
22.11.2006
Betr.:
Bundeselternrat
(BER)
Hier:
Austritt des Landes Niedersachsen und Mitteilung über das
Ruhenlassen
der
Mitgliedschaft im BER der LE-Gymnasien und
LE-Realschulen NRW
Sehr
geehrte Schulpflegschaftsvorsitzende, liebe Eltern,
wie Sie vermutlich gelesen oder gehört haben, ist Wilfried Steinert,
Vorsitzender des BER (Bundeselternrat), zurückgetreten -
kurze Zeit vorher hat der Landeselternbeirat Niedersachsen seinen
Austritt aus dem BER bekannt gegeben.
Dass die LE-Gymnasien und die LE-Realschulen NRW derzeit ihre
Mitgliedschaft im BER ruhen lassen, müsste Ihnen auf jeden Fall bekannt
sein.
Als Delegierte für die Landeselternkonferenz NRW (Dachverband der Stadt-
und Kreisschulpflegschaften
NRW) im BER halte ich es für dringend erforderlich, Sie über die
Vorkommnisse und Hintergründe aufzuklären, um zu verhindern, dass Ihnen
evtl. nur einseitige Informationen zur Verfügung stehen.
Bereits
auf der Frühjahrsplenartagung des BER im Mai 2003 wurde von der Delegiertenversammlung
mit überwiegender Mehrheit eine
Resolution verfasst, in der von – Zitat: “Schule muss
Kompetenzen vermitteln und Chancengleichheit sicherstellen. Eine
gemeinsame Schule für alle ist der Weg dazu. Alle Schulen müssen alle
Schüler individuell fördern und fordern” - gesprochen wird. Außerdem
enthält sie folgende Aussage: “Der Bundeselternrat fordert und fördert
eine offene Diskussion über die Schulstrukturen und ...” (siehe Anlage).
Weiterhin heißt es in einer
Stellungnahme zur Diskussion um die Schulstruktur bei der
Hauptausschusstagung v. 23. bis 25.09. 2005: “Der Hauptausschuss des
BER bestätigt die in den bisherigen Stellungnahmen deutlich gemachte
Position zum Thema “Länger gemeinsam lernen” und fordert gleichzeitig
einen ergebnisoffenen Diskurs darüber. Wir wissen, dass die Überwindung
des dreigliedrigen Schulsystems und die Entwicklung einer neuen Schule
für alle kein Allheilmittel für die Lösung aller Probleme unseres
Schulsystems sind. Wir sehen es aber als unbedingt erforderlich an, dass
in der Gesellschaft ein ergebnisoffener Diskurs über diese Frage
stattfindet.” (siehe Anlage)
Seitdem
gab und gibt es keine weiteren gegenteiligen Beschlüsse.
Zu
Ihrer Information: Der Bundeselternrat setzt sich zusammen aus jeweils 7
Delegierten (für jede Schulform 1 Delegierter – Grund-, Haupt-, Real-,
Gesamt-, Förder-, Berufsschulen und Gymnasien) aus 16 Bundesländern =
112 Delegierte und dem Vorstand mit 5 Personen.
Diese
Delegiertenversammlung fasste den v. g. Beschluss in 2003 und der
Hauptausschuss - dem der Vorstand BER, die Vorsitzenden der
Landeselternbeiräte in den Ländern, die Vorsitzenden der
schulformbezogenen Ausschüsse im BER und jeweils ein Vertreter der
schulformabhängigen Elternvertretungen aus Bayern und NRW, der von dort
nach interner Absprache entsandt wird, angehören - verfasste die
o. g.
Stellungnahme.
Heute,
im Jahre 2006 interveniert eine kleine Gruppe von 6 Personen (Gym.
Bayern, Saarland, Niedersachsen, NRW, Realschulen NRW und deren
Vorstände), die anscheinend unter dem
Einfluss des Philologenverbandes stehen - gegen demokratische
Beschlüsse.
Man
wirft dem Vorsitzenden des BER Wilfried Steinert vor, er reite
öffentlich einseitig auf der Schulstrukturdebatte herum und ignoriere in
dieser Angelegenheit Minderheitsmeinungen.
Er agiere
außerdem parteipolitisch, weil er im Forum Bildung der SPD mitwirke;
hierher wurde er jedoch vom
Hauptausschuss des BER entsandt (Zusammensetzung
Hauptauschuss
s.
o.).
Es wurde also auch hier demokratisch
abgestimmt.
Ich
halte diese Ränkespiele weniger Personen - ebenso wie die meisten
Delegierten des BER - für reine Suche nach Aufmerksamkeit in der
Öffentlichkeit, einseitigen Lobbyismus und falsches Verständnis von
Demokratie.
Den
sofortigen Rücktritt W. Steinerts kann man vor dem Hintergrund sehr gut
nachvollziehen.
Ich denke, jeder von uns hätte in dieser Situation genauso gehandelt.
Der
Austritt des Landeselternbeirats Niedersachsen (LEB NS), der von dessen
Vorsitzenden und dem Vorsitzenden des Gymnasialausschusses im LEB NS an
den Delegierten vorbei (diese distanzierten sich vom Austritt) mit
langer Hand vorbereitet wurde, werte ich ebenfalls als Faustschlag gegen
die Demokratie, denn auch das Land Niedersachsen hat seinerzeit den
Beschluss, sich für einen Diskurs zu öffnen in Richtung “Eine
Schule für alle” mit herbeigeführt. Das gleiche gilt für die Delegierten
der Landeselternräte Realschule und Gymnasien NRW. Daher kann ich die
Mitteilung dieser Vorstände, die Mitgliedschaft im BER bis auf Weiteres
ruhen zu lassen, nicht nachvollziehen und halte dies ebenfalls für
kontraproduktiv, dem ideologischen Erhalt einer Lobby dienend und rein
öffentlichkeitswirksam, ohne Rücksicht auf unsere Kinder.
Zu Ihrem weiteren Verständnis möchte ich Ihnen noch folgendes erklären:
Alle
Bundesländer, außer Bayern und NRW haben einen gesetzlich verankerten
Schulform übergreifenden “Landeselternbeirat”, der alle Schulen
ihres Landes nach demokratischer Abstimmung und mit einer Stimme
gemeinsam vertritt.
Die Nordrhein-Westfälischen Eltern sind in Schulform bezogenen
Einzelverbänden organisiert (das alte Schulgesetz bis 31.07.2006 nahm
die Bildung eines gesetzlichen Landeselternbeirats als Möglichkeit auf,
das neue Schulgesetz seit 01.08.2006 unter der neuen Regierung schließt
dies wieder generell aus), deren Meinungen zum jetzigen Bildungssystem
stark differieren. Anstatt zu kooperieren und einen Konsens zu finden,
finden Grabenkämpfe statt, die besonders vom finanziell stärksten
Verband, der LE Gymnasien, forciert werden, die nur eins erreichen –
alle Eltern werden in ihrer Stärke zur Mitwirkung geschwächt und Kinder
aller (!) Schulformen leiden darunter. Die für Bildung zuständige
Politik und Verwaltung freut es sicher. Eltern kann man so nicht ernst
nehmen.
Liebe
Eltern,
Ich
bitte Sie, die Handlungen Ihrer Verbände nicht einfach hinzunehmen und
unbesehen zu akzeptieren, sondern kritisch zu hinterfragen.
Hier
wird m. E. mit vordergründigen und dazu noch falschen Argumenten
versucht, den BER massiv zu schwächen, was unserer gemeinsamen
Intention, uns als Eltern aus allen Bundesländern für ein
anschlussfähiges Bildungssystem zum Wohle unser aller Kinder
einzusetzen, absolut entgegenwirkt.
Wir von
der Landeselternkonferenz NRW streben weiterhin eine konstruktive,
Schulform unabhängige Elternmitwirkung auf kommunaler, Landes- und
Bundesebene ohne Barrieren der Schulform an und werden auch den BER
darin weiter unterstützen.
Wir
brauchen die ideologiefreie Diskussion um die Verbesserung unserer Schulstruktur,
die laut PISA in allen Schulformen versagt hat. Wir brauchen die
Offenheit für Veränderungen, die uns von den hintersten Plätzen im
internationalen Vergleich schnellstmöglich wieder nach Vorne bringen.
Wir dürfen unseren Kindern diese Chance nicht versagen.
Sie
können sich auch gerne über die Arbeit des BER informieren unter:
www.bundeselternrat.de.
Für
weitere Informationen steht Ihnen die Landeselternkonferenz NRW
jederzeit zur Verfügung.
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