DÜSSELDORF. Die Probeklausuren für das 2007 erstmals
angesetzte Zentralabitur in NRW haben zahlreiche
Schwachstellen aufgedeckt. „Es gibt noch Ecken und Kanten,
nicht alles lief rund“, sagte Schulministerin Barbara Sommer
(CDU) in Düsseldorf. Dies gelte auch für die geplanten
zentralen Abschlussprüfungen nach der 10. Klasse.
Die für die Prüfungen vorgesehenen Aufgaben seien deshalb
überarbeitet und teilweise neu verfasst worden. Von den
Lehrern forderte Sommer mehr Mut zu guten Noten. „Was gut
ist, soll auch so bewertet werden.“ Sommer bezeichnete den
Testlauf als „weitgehend gelungen“.
Die Aufgaben hätten im „Großen und Ganzen dem
Vorbereitungsstand der Schüler“ entsprochen. Die Auswertung
der Probeklausuren habe auch Mängel bei der Aufgabenstellung
gezeigt. Die Aufträge an die Schüler waren teilweise nicht
konkret genug, es wurden unbekannte Fachbegriffe verwendet,
die Schüler hatten zu wenig Zeit, einige Aufgaben waren zu
schwer. Diese Fehler würden jetzt beseitigt, kündigte Sommer
an. Den Schülern dürften aus der Einführung zentraler
Prüfungen keine Nachteile entstehen. „Unsere Kinder sind
keine Versuchskaninchen.“
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen seien beim Zentralabi
Pannen nicht ausgeschlossen, räumte die Ministerin ein.
Notfalls werde das Ministerium Klausuren oder Teile von
Klausuren nicht oder in besonderer Weise bewerten. So hätte
die Probeklausur im Fach Biologie im Abitur nicht gewertet
werden können. Sie war so aufgebaut, dass ein Fehler in der
1. Aufgabe die Lösung aller anderen unmöglich machte. „Das
darf nicht sein“, sagte Sommer. In Mathematik sei die
Eingangsaufgabe der Klausur zu schwer gewesen.
Im Mai hatten rund 50 000 Schüler der 12. Klassen an
Gymnasien und Gesamtschulen zentral gestellte Probeklausuren
in Deutsch, Englisch, Mathematik, Geschichte und Biologie
geschrieben. Dabei erreichten sie Durchschnittsnoten
zwischen befriedigend und ausreichend. Auf der von 1 bis 15
reichenden Punkteskala schnitten sie etwa einen Punkt
schlechter ab als ihre Vorgänger bei ihren Abiturklausuren.
Sommer erklärte diesen Unterschied damit, dass von
12er-Schülern bereits Abiturwissen abgefragt worden sei.
(dpa)